1 Schule, 1 Jahrgangsstufe, 1 Woche. Unter dem Motto „Move On“ veranstaltete die Mittelschule an der Lehrer-Wirth-Straße in München Ende letzten Jahres eine Berufsfindungswoche für die 9. Jahrgangsstufe. Das Ziel: Gemeinsam mit einem passenden Unternehmen unterschiedliche Berufe vorzustellen und mit den Schülerinnen und Schülern ganz praktisch im jeweiligen Bereich zu arbeiten. Unser IT-Experte Louis Bode war dabei und teilt im Interview seine Eindrücke.
Hi Louis, ganz generell: Worum ging es bei der Berufsfindungswoche?
Die Berufsfindungswoche hat, wie der Name sagt, eine Woche gedauert und die Schule hat dafür unterschiedliche Experten aus diversen Unternehmen eingeladen. Ich habe im Namen von PLANET 33 als IT-Experte daran teil genommen. Die Schule wollte den Jugendlichen im Rahmen dieses Projekts unterschiedliche Branchen ganz konkret und praktisch näher zu bringen, sodass sie ein besseres Gespür dafür bekommen, in welchem Berufsfeld sie sich wohlfühlen und gegebenenfalls sogar eine Ausbildung machen würden.
Wie lief diese Woche ab?
Insgesamt ging die Berufsfindungswoche fünf Tage. Gestartet wurde am Montag im Makers Space der TU München in Garching. Am Dienstag waren die Schüler und Schülerinnen in ihren Projektgruppen und mit einem Experten des jeweiligen Unternehmens in der Schule. Am Mittwoch durften die Jugendlichen dann vor Ort „Unternehmensluft“ schnuppern, am Donnerstag haben wir alle wieder in der Schule gewerkelt und am Freitag stand die Abschlusspräsentation mit den Eltern an.
Welche Unternehmen haben sich vorgestellt und was war zu tun?
Die Aufgabe für uns alle war, im Laufe dieser Woche einen Fahrradverleih zu bauen. Und hier kamen dann all die Unternehmen ins Spiel, die an dieser Woche mitgewirkt haben: Eine Schreinerei und eine Schlosserei haben den Kindern gezeigt, wie ein Fahrradhaus sowie Fahrradständer entstehen. Mit Produkt- und Modedesignern sowie Marketeers haben einige Schüler und Schülerinnen ein Logo, Fahrrad-Kleidung sowie fiktive Aktionen geplant und wir als IT-Experten haben mit den Schülern eine App für den Verleih entwickelt. Ergänzt wurde das Angebot durch Foto- und Videoexperten, mit denen die Jugendlichen den Tag filmisch festgehalten haben. Und zusätzlich waren noch Köche einer großen Firmenkantine sowie Veranstaltungstechniker anwesend und haben mit ihren Projektgruppen das Catering und die Abschlusspräsentation vorzubereiten.
Erzähl mal von deiner Gruppe: Wieviele Jugendliche haben sich für die IT interessiert?
In meinem „Team“ waren insgesamt sieben: Zwei Schülerinnen und fünf Schüler, alle im Alter zwischen 12 und 14 Jahren.
Hatten die Kinder denn schon Vorerfahrung mit IT und PCs? Also mit dem, was für viele heute ganz selbstverständlich zum Arbeiten dazu gehört?
Ein bisschen Vorerfahrung war da: Einige haben einen Familien-PC zuhause und haben zumindest schon ganz rudimentär mit einem Laptop gearbeitet. ChatGPT kannten aber viele schon.
Wie sind die Tage in deiner Projektgruppe abgelaufen?
Ich habe mich für eine Mischung aus Unterricht, also theoretischem Input, und dann aber vor allem ganz viel Ausprobieren und Selbermachen entschieden. Wichtig war mir, die Jugendlichen an die heutigen Themen in der IT heranzuführen. Also: Wie funktioniert eigentlich eine App? Was ist ein Server? Was braucht man, damit eine App bedient werden kann? Und was passiert im Hintergrund, wenn man auf einen Button klickt? Auf der Basis haben wir dann mit einem MacBook, das ich von PLANET 33 mitgebracht habe, losgelegt. Für das „große Projekt“, also den Fahrradverleih, haben die Jugendlichen mit meiner Unterstützung in Python eine kleine App gebaut, mit der Räder verliehen werden können.
Wie hast du die Entwicklung der Gruppe erlebt?
Am Anfang musste ich mich, ehrlich gesagt, ziemlich ins Zeug legen, um die Jugendlichen zu motivieren. Aber schon am Dienstag, „unserem“ ersten richtigen Tag als Team, haben sie sich mehr und mehr für die IT interessiert und begeistert, und am Donnerstag haben sie dann tatsächlich selbst programmiert. Man hat richtig gemerkt, wie der Knoten geplatzt ist.
Was war für dich besonders positiv?
Drei Kinder sind total im Programmieren aufgegangen – sie haben sehr schnell verstanden, worum es geht, und richtig stark mitgemacht. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass es eine total moderne Schule ist, an der das Lehrpersonal mit ganz viel Herz dabei ist. Die Kinder haben mich ernst genommen, und ich hatte einen sehr guten Zugang zu ihnen. Das hat viel ausgemacht.
Dein Fazit?
Für mich war es eine total schöne Abwechslung zu meinem sonstigen Arbeitsalltag, in dem ich viel mit Kunden zusammenarbeite und mich natürlicherweise mit weitaus komplexeren Themen auseinandersetze. Und was mich für die Jugendlichen am meisten freut, ganz unabhängig von meiner Projektgruppe, sondern auf alle unterschiedlichen Berufsfelder bezogen: Sie konnten ganz praktisch erfahren, was ihnen Spaß macht und was vielleicht auch nicht. Und wenn es konkret auf eine Ausbildung zuläuft, dann wissen sie jetzt besser, welche Branchen und Unternehmen erste Anlaufstellen sein könnten.
Danke für deine Zeit und die Eindrücke!
Julia Mayer
Sie müssten eigentlich aktiv werden, aber irgendetwas kommt immer dazwischen? Melden Sie sich und wir erörtern, ob und welche Schritte relevant sein könnten – und zwar ganz unverbindlich, versprochen.
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